Eisenbahnen aus alten Zeiten

Bleuchteter Bahnhof mit Starkstrombahnen

Modelleisenbahnen aus der Zeit um 1910 bis in die 1950er Jahre drehen am Samstag und Sonntag, 9. und 10. März, 11 bis 18 Uhr, in der Güterhalle ihre Runden. Roland Koch aus Breuberg und Michael Volz aus Otzberg zeigen ihre Schätze.

Die ersten Spielzeugeisenbahnen Ende des 19. Jahrhunderts waren Bodenläufer. Sie wurden von Kindern an einer Schnur auf dem Fußboden hinterher gezogen. Später fuhren Blecheisenbahnen auf Schienen dann spiritusbefeuert selbst. Allerdings konnte es passieren, dass die eine oder andere Lokomotive bei zu hoher Geschwindigkeit aus der Kurve flog und der Spiritus in der guten Stube ein kleines Feuerchen entzündete. Nicht weniger gefährlich waren die um die Wende zum 20. Jahrhundert hin gebräuchlichen Starkstrombahnen. Ein Kabel wurde von der Fassung der Deckenbeleuchtung zum Gleis gelegt und die Lokomotive drehte dann ihre Runden mit 110 oder 220 Volt auf den Blechschienen, je nach örtlichem Stromnetz. In jedem Fall war es eher ein Spielzeug für den Papa, während die Kleinen aus Sicherheitsgründen nur zuschauen durften. Zeitgleich kamen Lokomotiven mit Uhrwerkantrieb auf den Markt, die gefahrlos von Kindern aufgezogen werden konnten und dann – je nach Größe des Schienenovals und Leistung des Uhrwerks – ihre zwei bis vier Runden drehten, bis das Uhrwerk komplett abgelaufen war.

Erst in den 1920er Jahren konnten Spielzeugeisenbahnen, dann nämlich als passende Transformatoren zur Verfügung standen, ungefährlich mit 20 Volt elektrisch betrieben werden. Von Modelleisenbahnen sprach man damals noch nicht, da die kleinen Schienenfahrzeuge nur entfernt Ähnlichkeit mit den großen Vorbildern hatten.

Mit 20 Volt und mit Uhrwerk in Spur 0 sind die kleinen Züge auch am Ausstellungswochenende in der Güterhalle am Bahnhof Höchst unterwegs. Personenwagen, Güterwagen, Bahnhöfe, Signalbrücke, Drehscheibe, Lokschuppen, Bahnübergang, Kiosk, Eisenbahnbrücke, Figuren und anderes Zubehör aus Urgroßvaters Zeiten schmücken die kleine Eisenbahnwelt aus. Im passenden Ambiente – schließlich wurde die denkmalgeschützte Güterhalle um 1910 erbaut. Kinder dürfen auch mal ein Uhrwerk aufziehen oder am Trafo drehen und die fahrenden Züge beobachten.

Der Eintritt ist frei. Die Cafébar in der Güterhalle ist geöffnet – es gibt warme und kalte Getränke, Suppe und Kuchen.

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